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SCHMERZ in der
HÜFTE
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Als "Hüfte" bezeichnet man die vom Hüftgelen k und dessen Weichteilmantel geformte seitliche Körperpartie zwischen oberem Beckenrand und Beginn des Oberschenkels.
Der Begriff "Hüfte" dient aber auch als Kurzbezeichnung für Hüf tgelenk und Hüftbein.
Ein Schmerz in der Hüfte kann durch unterschiedlichste Erkrankungen hervorgerufen werden.
Ein chronischer Schmerz in der Hüfte kann im Rahmen von Schmerz en, die von der Lendenwirbelsäule und dem Becken in die Hüfte ausstrahlen, auftreten. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass eine Bandscheibe vorgefallen ist, sondern ist meist im Sinne eines sogenannten „pseudoradikulären“ (= scheinbar von einer Ner venwurzel ausgehenden) Schmerzsyndroms zu sehen. Hierbei stehen Schmerz en aus Muskeln, Sehnen, Gelenk kapseln und Bändern im Vordergrund.
Die häufigste
Ursache für einen Schmerz in der Hüfte ist die
Hüftarthrose,
eine vorwiegend degenerative (=
abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung,
die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt.
Bei der sog. Coxart hrosis deformans (Ar thropathia deformans) bestehen chronische, schmerzhafte,
zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses
zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels.
Betroffen sind vor allem das Hüft- und
Kniegelenk.
Die
Ausbildung einer
Arthrose
und der damit verbundene Schmerz (chronischer) in der Hüfte kann durch mehrere
Faktoren begünstigt werden. So z.B. bei Vorschädigungen infolge eines Unfalls,
durch eine eigenständige
Gelenksentzündungen, oder auch durch
eine
permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der
Beine (X- oder O-Beine).
Zur Prävention (= Vorbeugung)
einer Ar throse
sollten deshalb präarthrotische
(= einer Ar throse
vorausgehenden,
eine Ar throse
begünstigende)
Deformitäten (=
Fehlbildungen)
beseitigt werden.
Eher selten können auch Tumore
zu einem Schmerz in der Hüfte führen, meist geht dieser von der Innenhaut der
Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus.
An gutartigen Tumoren kommen vor: Lipome (=
Fettgewebsgeschwulste), Fibrome (=
Bindegewebsgeschwulste) oder Hämangiome
(= Wucherungen von Blutgefäßen). Bösartig
ist das maligne Synovialom.
Zu einem Schmerz (chronischer) in der Hüfte kommt es auch bei
einer
Gelenkentzündung infolge einer Systemerkrankung. I.d.R.
sind dann aber mehrere
Gelenke betroffen. Als Ursache dominieren rheumatische
bzw. rheumatoide (= rheumaähnliche)
Prozesse.
Im Jugendalter kann ein Gelen k-
bzw. Schmerz in der Hüfte im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen
Arthritis (Still Syndrom) auftreten,
eine meist symmetrisch verteilte
Polyarthritis (=
En tzündung in mehreren
Gelen ken).
Begleitende Krankheitszeichen sind Fieber, Milz- und Lebervergrößerung sowie
Lymphknotenschwellungen.
Bei oder nach Infektionskrankheiten (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken)
kann es ebenfalls zu einem Gelen k- bzw. Schmerz in der Hüfte kommen, sog. parainfektiöse
reaktive
Arthritiden
(=
Gelenkentzündungen).
Schmerztherapie im Bereich der Hüfte:
Ein chronischer (= länger als drei Monate bestehender) Schmerz in der Hüfte führt wie jede chronische Schmerzkrankheit zu einer Art Überreizung der Schmerznerven. Unser Körper funktioniert nach dem Prinzip, dass das, was häufig im Körper passiert, durch den Organismus unterstützt bzw. auch verstärkt wird. Leider gilt dies auch für einen Schmerz in der Hüfte. Dies führt bei Dauersch merzen zu einer Veränderung der schmerzleitenden Nerven dahingehend, dass selbst ein geringer Reiz als starker Schmerz weitergeleitet wird.
Je nach Schmerz-Ursache gibt es meist eine auf die Grundkrankheit abgestimmte Therapie (z.B. bei zu starker Abnutzung ein chirurgischer Hüftgelen ksersatz). Manchmal ist es aber noch zu früh für eine Operation oder der Schmerz in der Hüfte dauert trotz der Operation an. Dann sind allgemeine schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Ein chronischer Schmerz (= länger als drei Monate bestehender) in der Hüfte erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren. Die bei einem Schmerz (chronischer) in der Hüfte üblichen Therapieverfahren der Speziellen Schmerztherapie sind:
Medikamentöse Behandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schme
rzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®).
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Therapeutische
Lokalanästhesie:
Indem man die am Schmerzgeschehen beteiligten Ner ven
für eine längere Zeit möglichst
mehrfach täglich mit einem örtlichem Betäubungsmittel betäubt,
„beruhigt“ man diese Ner ven
und der Körper kann den Schmerz in der Hüfte wieder bis zu einem gewissen Grad „verlernen“. Zudem können Spritzen mit
einem örtlichem
Betäubungsmittel beim chronischen Schmerz in der Hüfte
helfen, die Muskulatur zu
entkrampfen und damit die Krankengymnastik zu erleichtern.
Bei einem Schmerz (chronischer)
in der Hüfte sind häufig auch Katheterverfahren
sinnvoll. Hierbei wird über einen dünnen Kunststoffschlauch, der in örtlicher
Betäubung dicht an den schmerzleitenden Nerv gelegt wird, mehrfach täglich ein
örtliches Betäubungsmittel eingespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird
dabei so verdünnt, dass die Muskelkraft weitgehend erhalten bleibt bei
gleichzeitiger deutlicher Schmerzlinderung und guter Muskelentspannung und so
begleitend eine sinnvolle Krankengymnastik möglich ist, bzw. oft erst möglich
wird.
Die das Hü ftgelenk versorgende Ner ven
stammen aus dem sog. Pl exus lum balis (=
Nervengeflecht der Lend e). Dieser
Plexus kann über den Nervus femora lis
(= vorderer
Oberschenkel
nerv),
der selbst dem Pl exus lum balis entstammt, betäubt werden. Der dünne
Kunststoffschlauch (Katheter) wird deshalb etwas unterhalb der
Leiste
an den
vorderen Oberschenkelnerv gelegt, und zwar genau in dessen Ner venscheide (=
Gewebsumhüllung der Nervs).
Während nun das verdünnte, örtliche Betäubungsmittel mehrmals täglich in
den Katheter eingespritzt wird, wird der Oberschenkel mit einer Manschette
unterhalb der Kathetereinstichstelle abgestaut. Auf diese Weise wird das
eingespritzte örtliche Betäubungsmittel innerhalb der Ner venscheide nach oben
„getrieben“ und betäubt dann zusätzlich den Pl exus lum balis und damit auch
das Hü ftgelenk.
Wenn ein chronischer Schmerz in der Hüfte beiderseits
besteht, wird man eher die epidurale (=
rückenmarknahe)
Betäubung mit Katheter durchführen.
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Aktualisiert: k u
07.04.2006
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